Ein legendäres Lied von Rolf Zuckowski, das uns über 2 Generationen Gänsehaut bereitet und zum Nachdenken anregt…Warum?
Das lest Ihr in unserem Beitrag.

Das hab ich dir doch gleich gesagt, so hat’s ja kommen müssen. Aber du musstest es ja mal wieder besser wissen!

Natürlich hab ich vorher gewusst, dass die Klassenarbeit schlecht wird, wenn du erst am Abend vorher lernst.

Natürlich hab ich gewusst, dass diese Freundin dich nur ausnutzt und

natürlich hab ich gewusst, dass der süße Tom dir das Herz brechen wird.

Ach, was ich so alles weiß, mein Kind…

Wie oft habe ich dir gepredigt, gedroht, dich gewarnt und genervt mit Monologen über das Leben und wie du es zu leben hast.

Ich mein es doch nur gut mit dir!
Mit diesem Satz rechtfertige ich meine Moralpredigten, meine Drohungen, meine Rat-Schläge mit denen ich versuche, Unheil von dir fernzuhalten. Mit denen ich ehrlich und drastisch gesagt versuche, dich am selber Leben zu hindern. Denn Leben heißt, Erfahrungen sammeln.

Du hast nicht dadurch Laufen gelernt, dass ich es dir erklärt habe.

Du konntest nicht Fahrrad fahren, nachdem ich über Gleichgewicht und Fliegkräfte doziert habe.

Du hast nicht Sprechen gelernt, weil ich dir gesagt habe, wie man das Plusquamperferkt bildet.

Du hast das alles selbst herausgefunden, indem du es ausprobiert hast. Hast dir das Knie aufgeschlagen, bist im Dornbusch gelandet, weil du vergessen hast, wie man bremst. Hast kleine, krumme, schiefe Worte und Sätze gesprochen, ganz von allein! All die kleinen Rückschläge, lehrreichen Irrtümer und Annahmen haben dich lernen und wachsen lassen.

Ich möchte die Leichtigkeit, dir beim Großwerden zuzusehen, wiederfinden. Dich in den Arm nehmen, wenn du Trost brauchst. Dir von meinen Erfahrungen erzählen, wenn du danach fragst. Dich unterstützen, wenn’s mal brenzlig wird.

„Hallo?! Wer spricht denn da? Bist du’s Mama? Bist du’s Papa?“
Ich möchte die Stimmen meiner Eltern loslassen! Ich möchte verhindern, dass ihre gut gemeinten Mahnungen und Hab-ich-doch-gleich-gesagt-Monologe aus meinem eigenen Mund fallen, wenn mir selber nichts mehr einfällt.

Ich möchte mehr in DICH vertrauen als in meine Ängste.

Ich möchte mich mehr auf dich einlassen, was zur Konsequenz hat, dass ich mir mehr Zeit für dich nehmen muss. Auch, wenn es manchmal unbequem erscheint, möchte ich Kompromisse mit dir finden, anstatt dir vorzuschreiben, wie du leben sollst.

Tut mir leid, wenn’s nicht immer klappt, aber ich verspreche dir, ich arbeite daran.

Denn so wollt ich doch nie sein.

Rolf Zuckowski: „So wollt ich doch nie sein!“